Moni: ein Spaziergang durch das alte Dorf
Ein kleines Dorf über Sougia, zwischen Olivenhainen und Steinmauern. Ruinen neben bewohnten Häusern, Gärten, die noch Früchte tragen.

Die meisten fahren an Moni vorbei und sehen von der Straße aus nur ein paar Häuser. Das Dorf ist aber größer. Biegen Sie von der Straße ab und gehen Sie hinunter in die unteren Gassen. Dort stehen die alten Häuser dicht an dicht hinter Trockenmauern.

Stein, Weinranken und Ruinen
Viele Häuser sind Ruinen, mitten zwischen den bewohnten. Mauern ohne Dach, Wein über einer Tür, eine Holzleiter am Stein. Andere wurden liebevoll restauriert, in manchen werden heute Zimmer vermietet. Moni ist viel ruhiger als Sougia, im Sommer aber alles andere als verlassen.



Gärten, die noch Früchte tragen
Im Oktober platzen die Granatäpfel an den Zweigen auf, an den Mauern wachsen Feigenkakteen, und Olivenbäume stehen in fast jedem Garten. Die Kaktusfeigen, auf Griechisch φραγκόσυκα, sind voller feiner Stacheln. Selbst die Früchte fasst man besser nicht mit bloßen Händen an.


Die Olivenhaine rund um das Dorf: Olivenzeit rund um Sougia: von Grün bis Schwarz
Ein Vogel auf dem Schornstein
Schauen Sie ab und zu nach oben. Auf einem Schornstein sitzt ein schwarzer Metallvogel mit rotem Schnabel und blickt über das Tal zu den Bergen. Jemand hat ihn dort aufgestellt.

Warum es so viele Ruinen gibt
1943, während der deutschen Besatzung, wurde Moni zusammen mit Koustogerako und Livadas niedergebrannt – als Vergeltung für den Widerstand vor Ort. Beim Zensus 2021 lebten hier acht Menschen dauerhaft. Im Sommer ist mehr los: Gäste wohnen in den Mietzimmern und in einer kleinen Luxusunterkunft mit eigenen Pools. Und es gibt eine Dorftaverne, An to Petyxeis, auf ein Glas oder zum Essen.
Rund um das Dorf
Ein Schild im Dorf zeigt den Weg zur Kirche Panagia Kera. Unterhalb, auf der Straße, ziehen Schafe von einem Feld zum nächsten. Im Herbst ist der trockene Boden voller Meerzwiebeln: hohe weiße Blütenähren, die im September und Oktober aufblühen.



Zwei Kirchen
Zwei Kirchen in Moni lohnen den Weg. Die Panagia Kera steht im Dorf, an der Straße am Flussbett, zwischen Oliven- und Orangenbäumen. Früher war sie ein Nonnenkloster. Der steinerne Glockenturm ist etwa 20 Meter hoch und stammt vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihr Kirchenfest wird am 8. September gefeiert.


Agios Nikolaos steht allein in den Feldern nordöstlich des Dorfes. Der ältere Ostteil wurde Ende des 13. Jahrhunderts von Theodoros-Daniel Veneris ausgemalt. Der Westteil kam später dazu. Ihn malte 1315 Ioannis Pagomenos aus, einer der bekanntesten Maler Westkretas: Heilige und ein großes Jüngstes Gericht. 2006–2007 wurden die Fresken gereinigt und restauriert. Die Kirche ist meist verschlossen. Der kleine runde Glockenturm daneben war bei unserem Besuch offen. Durch seine schmalen Fenster sieht man das Tal und die Straße hinunter nach Sougia.



Die Pyramide auf dem Weg hinunter
Am Hang zwischen Sougia und Moni, auf etwa 290 Metern Höhe, ragt ein steinerner Kegel aus dem Gebüsch. Man nennt ihn die Pyramide von Sougia, obwohl er rund ist. Er ist etwa 4,6 Meter hoch. Innen liegt eine ausgehauene Kammer von rund 2,2 mal 2,1 Metern, der niedrige Eingang zeigt nach Westen. Datiert wird er meist in griechische oder römische Zeit. Wozu er diente, weiß niemand sicher. Die Archäologin P. Drosinou zählt ihn zu den römischen Grabbauten der Ostprovinzen – auf Kreta das einzige bekannte Beispiel dieses Typs. Andere halten ihn für einen Töpferofen. Dazu passt sein Name im Ort: φούρνος (fournos), der Ofen. Die Funde aus der Kammer haben die Frage nicht geklärt.



Pflanzen am Weg
Die Hänge hier sind Phrygana: niedriges Gestrüpp, das mit Sonne, Wind und Ziegen zurechtkommt. Zwei Pflanzen streifen Sie unterwegs. Das Strauchige Brandkraut, Phlomis fruticosa, hat weiche, graufilzige Blätter. Im Frühjahr trägt es runde gelbe Blütenstände, im Herbst sind sie trocken und braun. Die Dornige Becherblume, Sarcopoterium spinosum, auf Griechisch αστοιβίδα, verzweigt sich immer wieder, jeder Seitenzweig endet in einem Dorn. Wer genau hinsieht, erkennt ein Netz, das wie aus Sechsecken gezeichnet ist. Darin hängen kleine rote Früchte.


Bitte beachten Sie
Die Ruinen und Gärten gehören Familien aus dem Dorf. Bitte bleiben Sie auf der Gasse, klettern Sie nicht auf die Mauern und lassen Sie die Früchte an den Bäumen.
Häufige Fragen zur Wanderung
Wo liegt Moni?
In den Hügeln über Sougia, an der Südwestküste Kretas. Moni ist eines der vier Dörfer der Gemeinde Sougia – neben Sougia selbst, Koustogerako und Livadas.
Warum gibt es in Moni so viele Ruinen?
1943, während der deutschen Besatzung, wurde Moni zusammen mit Koustogerako und Livadas niedergebrannt. Manche Häuser wurden nie wieder aufgebaut. Sie stehen heute zwischen bewohnten und restaurierten Häusern.
Kann man in Moni essen?
Ja, in der Dorftaverne An to Petyxeis gibt es Getränke und Essen. Viele weitere Tavernen finden Sie in Sougia, eine kurze Autofahrt bergab.
Kann man durch Moni spazieren?
Ja, auf den Dorfgassen. Häuser, Ruinen und Gärten sind Privatbesitz. Bitte bleiben Sie auf der Gasse.
Quellen
- Sougia, Wikipedia
- Drimia maritima (Meerzwiebel), Wikipedia
- Infotafel an der Kirche Agios Nikolaos, Moni (28. Ephorie für Byzantinische Altertümer)
- Kloster Panagia Kera, Gemeinde Kandanos-Selino (auf Griechisch)
- Kirche Agios Nikolaos in Moni, cretanbeaches.com (auf Englisch)
- Die Pyramide von Sougia, The Standard (auf Griechisch)
- Sarcopoterium spinosum, Cretan Flora (auf Englisch)
- Unser eigener Spaziergang durch Moni, Oktober 2026
Stand: Oktober 2026. Fahrpläne, Preise und Saisonzeiten können sich ändern. Bitte informieren Sie sich vor der Reise.


