Zum Inhalt springen
Zum Inhalt springen
← Journal
Wanderungen3 Min. LesezeitGanzjährig

Moni: ein Spaziergang durch das alte Dorf

Ein kleines Dorf über Sougia, zwischen Olivenhainen und Steinmauern. Ruinen neben bewohnten Häusern, Gärten, die noch Früchte tragen.

Die Berge oberhalb von Moni unter weißen Wolken, davor Olivenhaine und ein belaubter Zweig

Die meisten fahren an Moni vorbei und sehen von der Straße aus nur ein paar Häuser. Das Dorf ist aber größer. Biegen Sie von der Straße ab und gehen Sie hinunter in die unteren Gassen. Dort stehen die alten Häuser dicht an dicht hinter Trockenmauern.

Moni von oben: weiße Häuser zwischen Olivenhainen unterhalb der Berge
Moni von der Straße über dem TalMoni

Stein, Weinranken und Ruinen

Viele Häuser sind Ruinen, mitten zwischen den bewohnten. Mauern ohne Dach, Wein über einer Tür, eine Holzleiter am Stein. Andere wurden liebevoll restauriert, in manchen werden heute Zimmer vermietet. Moni ist viel ruhiger als Sougia, im Sommer aber alles andere als verlassen.

Ein bewohntes Haus in Moni mit Töpfen voller roter Blumen an der Straße und einer weinberankten Terrasse
Blumen vor einem bewohnten HausMoni
Das Ende einer alten Steinmauer in Moni, dahinter eine Weinranke und eine Holzleiter
eine alte Steinmauer und die Weinranke dahinterMoni
Eine schmale Gasse in Moni mit steinerner Wasserrinne, einem alten Olivenbaum und einer Trockenmauer
ein alter Olivenbaum über der GasseMoni

Gärten, die noch Früchte tragen

Im Oktober platzen die Granatäpfel an den Zweigen auf, an den Mauern wachsen Feigenkakteen, und Olivenbäume stehen in fast jedem Garten. Die Kaktusfeigen, auf Griechisch φραγκόσυκα, sind voller feiner Stacheln. Selbst die Früchte fasst man besser nicht mit bloßen Händen an.

Ein aufgeplatzter Granatapfel am Zweig mit roten Kernen, über einer weißen Mauer in Moni
ein aufgeplatzter Granatapfel im OktoberMoni
Feigenkakteen mit reifenden Früchten über einem grünen Tal und bewölktem Himmel bei Moni
Feigenkakteen über dem TalMoni

Ein Vogel auf dem Schornstein

Schauen Sie ab und zu nach oben. Auf einem Schornstein sitzt ein schwarzer Metallvogel mit rotem Schnabel und blickt über das Tal zu den Bergen. Jemand hat ihn dort aufgestellt.

Ein schwarzer Metallvogel mit rotem Schnabel auf einem weißen Schornstein in Moni, dahinter Berge und Wolken
ein bemalter Metallvogel auf einem SchornsteinMoni

Warum es so viele Ruinen gibt

1943, während der deutschen Besatzung, wurde Moni zusammen mit Koustogerako und Livadas niedergebrannt – als Vergeltung für den Widerstand vor Ort. Beim Zensus 2021 lebten hier acht Menschen dauerhaft. Im Sommer ist mehr los: Gäste wohnen in den Mietzimmern und in einer kleinen Luxusunterkunft mit eigenen Pools. Und es gibt eine Dorftaverne, An to Petyxeis, auf ein Glas oder zum Essen.

Rund um das Dorf

Ein Schild im Dorf zeigt den Weg zur Kirche Panagia Kera. Unterhalb, auf der Straße, ziehen Schafe von einem Feld zum nächsten. Im Herbst ist der trockene Boden voller Meerzwiebeln: hohe weiße Blütenähren, die im September und Oktober aufblühen.

Ein braunes Schild auf Griechisch zur Kirche Panagia Kera, neben einem Verkehrsspiegel und trockenem Gras
das Schild zur Kirche Panagia KeraMoni
Eine Schafherde überquert die Straße neben dem Ortsschild von Moni, dahinter die Berge
Schafe überqueren die Straße am Ortsschild von Monidie Straße nach Moni
Hohe weiße Blütenähren der Meerzwiebel im trockenen Gras, dahinter Olivenbäume und Berge
blühende Meerzwiebeln unterhalb der BergeHerbst

Zwei Kirchen

Zwei Kirchen in Moni lohnen den Weg. Die Panagia Kera steht im Dorf, an der Straße am Flussbett, zwischen Oliven- und Orangenbäumen. Früher war sie ein Nonnenkloster. Der steinerne Glockenturm ist etwa 20 Meter hoch und stammt vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Ihr Kirchenfest wird am 8. September gefeiert.

Der hohe steinerne Glockenturm der Panagia Kera in Moni vor bewölktem Himmel
der Glockenturm der Panagia KeraMoni
Im Inneren der Panagia Kera: weißes Tonnengewölbe, Steinboden und eine geschnitzte hölzerne Ikonostase
in der Panagia KeraMoni

Agios Nikolaos steht allein in den Feldern nordöstlich des Dorfes. Der ältere Ostteil wurde Ende des 13. Jahrhunderts von Theodoros-Daniel Veneris ausgemalt. Der Westteil kam später dazu. Ihn malte 1315 Ioannis Pagomenos aus, einer der bekanntesten Maler Westkretas: Heilige und ein großes Jüngstes Gericht. 2006–2007 wurden die Fresken gereinigt und restauriert. Die Kirche ist meist verschlossen. Der kleine runde Glockenturm daneben war bei unserem Besuch offen. Durch seine schmalen Fenster sieht man das Tal und die Straße hinunter nach Sougia.

Die lange Steinkirche Agios Nikolaos bei Moni mit ihrem kleinen runden Glockenturm und einer Zypresse
Agios Nikolaos, nordöstlich des DorfesMoni
Die Straße hinunter nach Sougia, gesehen durch eine kleine Öffnung in der Mauer des Glockenturms
die Straße nach Sougia durch die MauerAgios Nikolaos
Ein hohes Steinfenster im Glockenturm, darin die Berge, Olivenbäume und ein bewölkter Himmel
ein Fenster des GlockenturmsAgios Nikolaos

Die Pyramide auf dem Weg hinunter

Am Hang zwischen Sougia und Moni, auf etwa 290 Metern Höhe, ragt ein steinerner Kegel aus dem Gebüsch. Man nennt ihn die Pyramide von Sougia, obwohl er rund ist. Er ist etwa 4,6 Meter hoch. Innen liegt eine ausgehauene Kammer von rund 2,2 mal 2,1 Metern, der niedrige Eingang zeigt nach Westen. Datiert wird er meist in griechische oder römische Zeit. Wozu er diente, weiß niemand sicher. Die Archäologin P. Drosinou zählt ihn zu den römischen Grabbauten der Ostprovinzen – auf Kreta das einzige bekannte Beispiel dieses Typs. Andere halten ihn für einen Töpferofen. Dazu passt sein Name im Ort: φούρνος (fournos), der Ofen. Die Funde aus der Kammer haben die Frage nicht geklärt.

Der steinerne Kegel, bekannt als Pyramide von Sougia, ragt unterhalb der Berge aus grünem Gebüsch
die Pyramide von Sougiazwischen Sougia und Moni
Der niedrige Eingang im Kegel, auf dem Stein blüht rosa Heide
der Eingang, nach Westenzwischen Sougia und Moni
Die Spitze der Pyramide zwischen Kiefern und Gebüsch, am Horizont das Libysche Meer
dahinter das Meerzwischen Sougia und Moni

Pflanzen am Weg

Die Hänge hier sind Phrygana: niedriges Gestrüpp, das mit Sonne, Wind und Ziegen zurechtkommt. Zwei Pflanzen streifen Sie unterwegs. Das Strauchige Brandkraut, Phlomis fruticosa, hat weiche, graufilzige Blätter. Im Frühjahr trägt es runde gelbe Blütenstände, im Herbst sind sie trocken und braun. Die Dornige Becherblume, Sarcopoterium spinosum, auf Griechisch αστοιβίδα, verzweigt sich immer wieder, jeder Seitenzweig endet in einem Dorn. Wer genau hinsieht, erkennt ein Netz, das wie aus Sechsecken gezeichnet ist. Darin hängen kleine rote Früchte.

Ein Strauch Brandkraut mit weichen, grau-filzigen Blättern und trockenen runden Blütenständen
Strauchiges Brandkraut, grauer Filz in der SonneHerbst
Dornige Becherblume aus der Nähe: ein Netz aus gegabelten, dornigen Zweigen mit kleinen dunkelroten Früchten
Dornige Becherblume: ein Netz, das wie aus Sechsecken wirktHerbst

Bitte beachten Sie

Die Ruinen und Gärten gehören Familien aus dem Dorf. Bitte bleiben Sie auf der Gasse, klettern Sie nicht auf die Mauern und lassen Sie die Früchte an den Bäumen.

Häufige Fragen zur Wanderung

Wo liegt Moni?

In den Hügeln über Sougia, an der Südwestküste Kretas. Moni ist eines der vier Dörfer der Gemeinde Sougia – neben Sougia selbst, Koustogerako und Livadas.

Warum gibt es in Moni so viele Ruinen?

1943, während der deutschen Besatzung, wurde Moni zusammen mit Koustogerako und Livadas niedergebrannt. Manche Häuser wurden nie wieder aufgebaut. Sie stehen heute zwischen bewohnten und restaurierten Häusern.

Kann man in Moni essen?

Ja, in der Dorftaverne An to Petyxeis gibt es Getränke und Essen. Viele weitere Tavernen finden Sie in Sougia, eine kurze Autofahrt bergab.

Kann man durch Moni spazieren?

Ja, auf den Dorfgassen. Häuser, Ruinen und Gärten sind Privatbesitz. Bitte bleiben Sie auf der Gasse.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Fahrpläne, Preise und Saisonzeiten können sich ändern. Bitte informieren Sie sich vor der Reise.