Kann man die Samaria-Schlucht von Sougia aus wandern? Zwei Wege
Die berühmteste Schlucht Kretas endet in einem Dorf ohne Straße. Die Fähre dorthin hält in Sougia.

Die Samaria-Schlucht zieht sich von der Omalos-Hochebene hoch in den Weißen Bergen bis hinunter zum Libyschen Meer. Am südlichen Ende liegt Agia Roumeli. Das Dorf ist nur zu Fuß oder per Schiff erreichbar, und die Fähre hält auch in Sougia. So ist unser Dorf einer der einfachsten Ausgangspunkte an der Südküste für Samaria – in beide Richtungen.
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Zuerst ein paar Worte zum Ort. Ihren Namen hat die Schlucht vom alten Dorf Samaria auf halber Strecke, das Dorf wiederum von seiner Kirche Ossia Maria. Bis 1962 lebten und wirtschafteten hier unten Menschen. Im selben Jahr wurde die Schlucht zum Nationalpark erklärt, und die letzten Familien zogen weg. Ihre Steinhäuser stehen noch. Geblieben ist auch der Kri-Kri, die kretische Wildziege – sie zu schützen, war einer der Gründe für den Nationalpark.
Die Wildziege vor unserer Tür: Kri-kri
Von oben: die klassische Durchquerung

Frühmorgens fährt der Bus von Sougia hinauf Richtung Omalos. Los geht es in Xyloskalo auf über 1.200 Metern. Der Name bedeutet „Holztreppe“, und so sieht die erste Stunde auch aus: ein steiler Pfad mit Stufen und Kehren, hinunter durch Kiefern und Zypressen. Danach folgen rund 13 Kilometer durch den Nationalpark und noch etwa 2 bis Agia Roumeli, zu Fuß oder mit dem kleinen Bus, der das letzte Stück fährt. Es geht fast nur bergab – leicht für die Lunge, hart für die Knie. Die meisten brauchen fünf bis sieben Stunden.
Hinter dem verlassenen Dorf rücken die Felswände zusammen. An den Portes, den Eisernen Toren, ist die Schlucht nur noch etwa vier Meter breit, links und rechts ragt der Fels fast 300 Meter auf. Dieses Bild kennt jeder. In Wirklichkeit ist es schöner.

In Agia Roumeli wird gebadet und gegessen, dann geht es mit der Nachmittagsfähre zurück. Am späten Nachmittag legt sie in Sougia an, an Bord alle, die an diesem Tag durch die Schlucht gewandert sind.
Von unten: der ruhige Weg

Oder Sie gehen andersherum. Morgens fährt die Fähre in etwa 40 bis 50 Minuten an der Küste entlang nach Agia Roumeli. Von dort steigen Sie von unten in die Schlucht hinauf, bis zu den Eisernen Toren oder weiter. Zurück geht es auf demselben Weg, dann mit der Nachmittagsfähre nach Hause. Der Eintritt ist derselbe. Sie gehen gegen den Besucherstrom statt mittendrin, und am späteren Vormittag haben Sie die Engstelle manchmal fast für sich.
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Ein König auf demselben Weg
Im Mai 1941, während der Schlacht um Kreta, brach König Georg II. von Griechenland zu Fuß von der Nordküste auf – mit kleinem Gefolge und einem Zug neuseeländischer Soldaten. Sie überquerten die Weißen Berge und schliefen eine Nacht oberhalb der Schneegrenze. Am 22. Mai erreichten sie Samaria und zogen weiter nach Agia Roumeli. Dort nahm sie ein britischer Zerstörer, die HMS Decoy, vom Strand auf und brachte sie nach Alexandria. Heute beenden jedes Jahr Tausende Wanderer ihren Tag an genau diesem Strand.
Unser Tipp
Gehen Sie von oben los. Nehmen Sie mehr Wasser mit, als Sie zu brauchen glauben. Unterwegs gibt es Stellen zum Nachfüllen, aber verlassen Sie sich nicht darauf. Und tragen Sie eingelaufene Wanderschuhe. Vom Xyloskalo fällt der Weg steil bis zum Grund der Schlucht ab, und bei diesem Abstieg zeigt sich jede Schwachstelle. Ich bin ihn einmal in nagelneuen Schuhen gegangen, guten Schuhen, und kam mit zwei schwarzen Zehennägeln nach Hause. Am Ende der Schlucht sind es noch etwa zwei Kilometer bis Agia Roumeli, zu Fuß oder mit dem kleinen Bus. Danach baden und in einem der Cafés auf die Fähre warten.
Samaria ist ein Nationalpark. Geöffnet ist er etwa von Mai bis Oktober, und nur, wenn das Wetter es zulässt. Nach Unwettern kann er kurzfristig schließen. Bitte schauen Sie vorher auf die offizielle Ticketseite der NECCA, brechen Sie früh auf und nehmen Sie Wasser und feste Schuhe mit.
Falls die Schlucht an Ihrem Wandertag gesperrt ist: ein Plan B für Sougia
Samaria ist seit 1962 Nationalpark und seit 1981 UNESCO-Biosphärenreservat. Im Sommer ist viel los. Am ruhigsten erleben Sie die Schlucht von unten oder in den Randmonaten Mai und Oktober.
Häufige Fragen zur Wanderung
Kann man die Samaria-Schlucht an einem Tag von Sougia aus durchwandern?
Ja. Mit dem frühen Bus hinauf nach Omalos, zu Fuß hinunter nach Agia Roumeli und mit der Nachmittagsfähre zurück. Oder Sie nehmen morgens die Fähre und steigen von unten in die Schlucht hinauf.
Wann ist die Samaria-Schlucht geöffnet?
Meist vom 1. Mai bis Ende Oktober, und nur, wenn das Wetter es zulässt. Bitte informieren Sie sich vorher auf der offiziellen Ticketseite der NECCA.
Welche Schuhe braucht man für Samaria?
Eingelaufene Wanderschuhe. Der Abstieg vom Xyloskalo ist lang und steil, in neuen oder offenen Schuhen tut er weh.
Quellen
- Nationalpark Samaria, NECCA-Tickets
- Samaria-Schlucht, Wikipedia
- UNESCO, Biosphärenreservat Samaria-Schlucht
- Samaria, Tipps für die Durchquerung
- König Georg II. und die Schlacht um Kreta, NZ History
Stand: Oktober 2026. Fahrpläne, Preise und Saisonzeiten können sich ändern. Bitte informieren Sie sich vor der Reise.


